Rettung

graue Welt,
staubige Wüste,
Trümmerfeld,
und finstre Stürme.

Angekettet in Ruinen.

Wunde Glieder, trockne Kehle,
liege ich in schwarzem Blut.
Staub versengt die Atemwege.
Finsternis raubt jeden Mut.

Krähen schreien,
Winde heulen,
Tags die Hitze tödlich ist.
Nachts dagegen, Eiseskälte.
Frost, der dieses Land zerfrisst.

Es umheulen mich die Geister,
Klänge einer alten Welt.
Einst da klangen sie sehr heiter,
doch auch sie sind dran zerschellt.

Doch Halt!
War da nicht soeben Klang?
Müde hebe ich den Kopf.
Gibt’s am Ende doch noch Leben?

Blinzelnd durch die staub’ge Luft.
Augen brennen, Augen tränen
und doch, sie erkennen.
Flimmert da nicht lichter Schein?

Stille.
Nichts
als nur mein Atem,
keuchend in das Land hinein.
Finsternis,
banges Erwarten.
Hört die Hoffnung auf zu sein?

Seht, dort schwebt das Trugbild wieder
und ein müder Hufschlag klingt
und täuschen denn meine Ohren?
eine helle Stimme singt.
Singt von alten, guten Tagen,
klagt und weint und schreit mich an.
Endlich Rettung, endlich Worte,
endlich eine Lichtgestalt.

Mädchen
Engel.
Helle Flügel,
wie aus reinem Sonnenlicht.

Kann nicht schreien,
kann nicht winken,
nur ohne Kraft, zusammensinken.
Nicht ein Krächzen lässt sich zwingen
muss ich doch um Atem ringen.
Und das Wesen, hoch zu Pferde,
reitet weiter, sieht mich nicht.
Sieht mich nicht im Blute liegen.
Sieht mich nicht verzweifelt hoffen.

Takt
um Takt
verklingt der Hufschlag
und ihr wehes Lied versiegt.
Und mit ihm auch meine Hoffnung.
Trauer meine Lider schließt.
In den Staub tropfen die Tränen,
die mein müdes Aug vergießt.

Stille,
Leere,
graue Leere,
schwarze Finsternis umhüllt.
Zeit vergeht, Gedanken streifen.
Wind kommt auf,
Die Luft verhöhnt.
Trägt sie mir doch Verse zu,
Silben die schon längst verklungen,
Stimmen die vorüberzogen.

Hufe.
Singen.
Wunderbar,
klingt die fremde Melodie.
Nochmals blicken meine Augen,
müde unter Lidern vor.
Es ist wahr,
die Frau, der Engel,
kehrt zurück in ihrem Ritt
kommt auf mich zu,
die Hoffnung flammet.

Unsre Blicke sich begegnen
und die Ohnmacht mich besiegt.

Grelles Licht strahlt mir entgegen,
als ich wieder zu mir komm.
Kühle Hände heilen Wunden,
Nehmen mir all meinen Schmerz.
Sprengen meine kalten Ketten,
richten mein vernarbtes Herz.
Wasser netzt die trockne Kehle,
Worte retten meinen Geist
und ihr Lächeln heilt die Seele,
lernt mir was zu Fühlen heißt.

Auferstanden aus der Asche,
und dem Lichte zugewandt.
Auf mein Engel, auf wir fliegen,
fliegen in ein neues Land

Dreh dich um, blick in die Zukunft,
lass die Geister hinter dir.
Dreh dich um und schau nach vorne.
Dreh dich um und geh mit mir.

Picture by Comfreak at pixabay.com

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